Graugans

Graugans mit Löwenzahn. Foto: Michaela Stenz

Zuordnung
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Gattung: Echte Gänse (Anser)

Die Graugans hat ihrem Namen entsprechend einen grauen Körper und je nach Lichteinfall orangene bis rosa Beine und Schnabel. Im Flug sind die weißen Schwanzfedern gut zu sehen. Bei uns ist sie mit einer Körperlänge von 75 bis 90 cm die zweitgrößte Gans nach der Kanadagans. Sie kann problemlos 4 kg schwer werden.

Graugänse im Flug. Foto: Ralf Worrmann

Graugänse sind weitverbreitet in Europa und Asien. In den Rieselfeldern sind Graugänse ganzjährig anzutreffen, da die bei uns vorkommenden Indiviuen zum großen Teil Standvögel sind, also das ganze Jahr in Deutschland bleiben. Anders ist das bei weiter nördlich und östlich vorkommenden Graugänsen. Diese ziehen nach der Brut gen Süden und über Zwischenstopps auch in Deutschland in die Überwinterungsgebiete. Im Herbst gesellen sie sich zu den Brutvögeln, was tageweise zu Beständen von über 2000 Individuen führt.

Grauganspaar mit Küken überquert die Straße. Foto: Ralf Worrmann

Die Graugans sind jährlich ein Brutvogel der Rieselfelder, derzeit mit 80 Paaren (Stand 2024).
Sie leben in monogamen Beziehungen und ziehen eine Brut pro Jahr groß. Die Küken sind Nestflüchter, laufen also kurz nach dem Schlupf schon aus dem Nest, bleiben auch wenn sie nach etwa zwei Monaten flügge sind noch bei ihren Eltern, der Familienverband löst sich erst im nächsten Frühjahr auf.

Heute ein häufiger Vogel, war die Graugans Mitte des 20 Jahrhunderts im Westen von Deutschland aufgrund von Jagd fast ausgerottet. In den 1960er bis 1980er gab es Wiederansiedlungsprojekte, die erfolgreich waren. Heute gilt die Art wieder als ungefährdet.

Graugans im Flug. Foto: Holger Mohn

Graugänsen sind Vegetarier und ernähren sich vor allem von Gräsern und Samen.
Auf den Wiesen in den Rieselfeldern kann man häufig Grauganstrupps beobachten, wie sie am Gras zupfen.
Besonders im Herbst und Winter kann es sich lohnen, diese Trupps genau anzuschauen. Häufig sind dann auch andere Gänse zwischen den Graugänsen anzutreffen. Häufig Blässgänse, seltener Tundrasaatgänse und mit viel Glück eine Kurzschnabelgans.