Neuer Streuobstlehrpfad in den Rieselfeldern eröffnet

Dr. Thomas Krämer (r.), Leiter der Biologischen Station Rieselfelder Münster, schnitt das rot-weiße Flatterband durch, um den neuen Streuobstlehrpfad symbolisch zu eröffnen. Von der Münsteraner Stiftung fairmächtnis assistierten (v.l.) Rainer Bode, Rhea Brintrup und Stationsmitarbeiterin Ute Wichelhaus. Foto: Thomas Kepp

Seit einer Woche sind die Rieselfelder Münster um eine weitere Attraktion reicher. Am 11. Mai 2026 wurde der neue Streuobstwiesen-Lehrpfad am Rieselfeldhof unweit der Gaststätte Heidekrug eröffnet. Eine nicht zu übersehende Hinweistafel markiert den Anfang des etwa ein Kilometer langen Rundgangs an der 16er-Wiese (Nähe Parkplatz) und gibt einige informative Erläuterungen für die Besucherinnen und Besucher. „Damit knüpfen wir an Zeiten von vor über 100 Jahren an, als überall entlang der Wege in den Rieselfeldern noch Obstbäume alter Sorten standen“, sagt Dr. Thomas Krämer, Leiter der Biologischen Station Rieselfelder Münster. Noch dazu böten besonders die alten Bäume und Streuobstwiesen Tausenden Tierarten Lebensraum.

Den Lehrpfad anteilig mit 1500,- finanziell gefördert und damit erst ermöglicht hat in erheblichem Maße die Münsteraner Stiftung fairmächtnis, die praktische Umsetzung und die Anlage übernahmen die Mitarbeitenden der Biologischen Station Rieselfelder Münster. Trotz des ungewöhnlich kalten und ungemütlichen Mai-Wetters ließen es sich die an der Eröffnung Teilnehmenden nicht nehmen, ein Teil des Rundgangs entlang von alten und jungen Obstbäumen in Augenschein zu nehmen.

Gruppenfoto mit Obstschild am neuen Streuobstwiesenlehrpfad. Links im Bild Karin Rietman, Leiterin der ehrenamtlichen Streuobstwiesengruppe. Foto: Thomas Kepp

„Etwa ein Jahr hat sich unsere ehrenamtlich tätige Streuobstwiesengruppe mit dem Projekt beschäftigt“, erklärt Stationsleiter Krämer, zugleich Vorsitzender des Trägervereins Biololgische Station Rieselfelder Münster. Die Gruppe existiert erst seit zwei Jahren und wurde von der Expertin Karin Rietman ins Leben gerufen. „Wir haben der Reihe nach alle Sorten der vorhandenen Bäume bestimmt – auf den Obstwiesen und an den Wegen“, erläutert sie. Dies war nötig, um die 21 Erläuterungstafeln zu erstellen, die an ausgewählten, meist alten Obstbäumen auf Stelen angebracht sind. Sie vermitteln neben dem Namen allerhand Wissenswertes zu der jeweiligen Obstsorte wie historische Bezeichnungen, die richtige Ernte- und Genussreife oder die Lagerfähigkeit.

„Naschen am Obst ist übrigens ausdrücklich erlaubt!“, betont Krämer. Einige Punkte seien dabei allerdings mit Rücksicht auf die Natur und andere Besucherinnen und Besucher zu beachten. „Sie können sich gerne Früchte mitnehmen, aber dann bitte nur eine Handvoll und wenn sie auch wirklich pflückreif sind“, so Karin Rietman. „Und bleiben Sie bitte auf den Wegen und klettern Sie nicht in die Bäume, um das Obst zu pflücken!“ Ein Herunterreißen von Ästen verbietet sich von selbst. Ein Betreten der Streuobstwiesen ist ebenfalls untersagt.

Um den Erhalt und die Pflege der Bäume kümmert sich im Übrigen die Biologische Station Rieselfelder Münster, sie pflanzt auch Bäume nach und verwertet das Obst.