Krickente

Krickenten-Männchen (Anas crecca). Foto: Hauke Roy.

Zuordnung
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Gattung: Eigentliche Enten (Anas)

Die Krickente gehört zu den Vögeln, die ihren Namen rufen: der Balz- und Flugruf ist ein helles „krrik“.

Krickenten-Pärchen. Das grüne Flügelfeld schimmert hier beim Männchen (im ordergrund) in Abhängigkeit von der Strahlungswinkel blau. Foto: Hauke Roy.

Die Krickente kommt im Norden Europas und Asiens vor. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst damit den gesamten nördlichen und mittleren Teil der Paläarktis von Island bis an die sibirische Pazifikküste. Deutschland liegt in einem Bereich mit Ganzjahresvorkommen der Krickenten. Das Überwinterungsgebiet der europäisch-westasiatischen Population erstreckt sich von Mittel- und Westeuropa, den mediterranen Raum bis in einzelne Gebiete Afrikas. Einige Enten überwintern in den Rieselfeldern. Zur Brutzeit sind meistens ca. 3 Brutpaare zu beobachten. Die Krickente ist im Spätherbst und im Winter zeitweise die häufigste Entenart in den Rieselfeldern mit tageweise über 800 Individuen. Zu dieser Zeit rasten hier auch Krickenten aus dem hohen Norden.

Krickenten-Pärchen. Das grüne Flügelfeld des Weibchen ist gut zu sehen. Es unterscheidet es von anderen Entenarten-Weibchen. Foto: Thomas Sauter.

Die Krickente ist mit 34 bis 37 cm Länge und einer Spannweite der Flügel von 53 cm bis 59 cm die kleinste Ente nicht nur in den Rieselfeldern. Sie wiegen zwischen 250 g und 400 g, die Männchen sind meist etwas größer als die Weibchen. Bei beiden Geschlechtern ist der Flügelspiegel leuchtend grün gefärbt und vorn breit weiß gerandet. Im Schlichtkleid, das der Erpel nach der Mauser trägt, ähnelt er dem Weibchen. Bei schwimmenden weiblichen Krickenten ist der grüne Flügelspiegel im hinteren Körperbereich gewöhnlich sichtbar.

7 Krickenten-Männchen umkreisen ein Krickenten-Weibchen. Foto: Hauke Roy.

Die Krickente brütet bevorzugt an Teichen, aber auch am Süß- und Brackwasser in Wäldern, Mooren, Flüssen oder an stark bewachsenen Meeresufern. Bei der Nahrungssuche ist die kleine gründelnde Schwimmente auf höchstens 20 cm tiefes Wasser angewiesen. Sie nutzt das Nahrungsangebot der Schlick- und Verlandungszone am Ufer. Bei der Nahrungssuche ist sie nicht wählerisch und nutzt jennach Jahreszeit unterschiedlich planzliche (u.a. Algen, Teichlinsen) und tierisch (u.a. Ringelwürmer, Insektenlarven, Plankton) Kost.

Am Ufer grünndelnde weibliche Krickente. Foto: Alfred Steins.
Gründelndes Krickenten-Mänchen. Foto: Michaela Stenz.

Zu den Feinden in den Rieselfeldern gehören Rohrweihen und Füchse und sicherlich auch durchziehende Seeadler.

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Es gibt zudem in den Rieselfeldern seltene Sichtungen der sehr ähnlich aussehenden nordamerikanischen Carolinakrickente (Anas carolinensis).