Info-Pfosten 21

Die Storchen-Hütte, Weißstörche in den Rieselfeldern

Seit 2002 brüten Weißstörche in den Rieselfeldern – seit 2003 auch erfolgreich. Zunächst siedelte sich ein Paar südwestlich der Wasserfläche 22A auf der Storchen-Nisthilfe an, die sie aus dieser Hütte sehen. Seit 2009 konnte ein zweites Brutpaar in den Rieselfeldern beobachtet werden.

Weißstörche galten in NRW als vom Aussterben bedroht. Es fehlte ihnen der Lebensraum – große zusammenhängende möglichst nicht zu intensiv bewirtschaftete Grünland-Bereiche. Frühere Untersuchungen zeigten, dass ein Weißstorch-Paar etwa 200 ha zusammenhängendes Grünland als Nahrungsraum benötigt um bis zu vier Küken großzuziehen.

Aufgrund des reichhaltigen Angebotes an Mäusen und Amphibien in den Rieselfeldern und der benachbarten Aa- und Emsauen wurden zunächst zwei Paare als ein realistisches Maß für unsere Kulturlandschaft im nördlichen Münster angesehen. Mittlerweile (2025) sind es bereits fünf Storchennester im Europäischen Vogelschutzgebiet und fünf weitere in unmittelbarar Umgebung des Schutzgebietes. Das spricht für das gute Nahrungsangebot in den Rieselfeldern. Durchschnittlich werden zwei Jungvögel aus den künstlichen Nisthilfen flügge.

Eine kleine Anzahl von Weißstörchen überwintert auch hier, so dass es evtl. die Gelegenheit gibt, in den Rieselfeldern einen Storch im Schnee zu fotografieren.

Gelegentlich rasten durchziehende Störche für kurze Zeit während des Vogelzuges in den Rieselfeldern und tanken noch etwas „Rieselfeld-Energie“ in Form von Würmern, Mäusen, Insekten und Amphibien auf den Grünland-Flächen. Dann können auch mehr als 50 Störche in der Tageszählung auftauchen.