Info-Pfosten 19

Rieselfeld-Management

Die heutzutage etwas größeren zusammengelegten Parzellen bieten einige Vorteile gegenüber den ursprünglich nur einen Hektar großen Bewässerungsparzellen. Aufgrund ihrer Größe und der entsprechenden Gestaltung des Untergrundes ergibt sich hier eine größere Strukturvielfalt. Neben den Bereichen mit sehr flachem Wasser und den Schlammbänken gibt es bei einigen Parzellen auch extra tiefe Bereiche mit einem Wasserstand von regelmäßig mehr als 50 Zentimeter. Bedingt durch dieses zusätzliche Angebot ist die Artenfülle an Vögeln hier meist deutlich größer als an den kleinen Flächen.

Für die Mitarbeitenden der Biologischen Station bietet eine derartige Zusammenlegung ebenfalls Vorteile. Es ist weniger aufwendig eine große Fläche zu bewässern und zu pflegen als viele kleine. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Flächen für die fast tägliche Vogelzählung weiterhin überschaubar bleiben.

Das Management einer Fläche schließt auch das Zurückdrängen der Verlandungsvegetation ein. Je nach Wuchskraft der Pflanzen und dem Verlauf der Bewässerung müssen alle paar Jahre einige Parzellen überarbeitet werden. Dann werden die Pflanzen gemulcht oder gemäht, und vereinzelt der Boden mit dem Wurzelwerk gefräst. ine andere Pflegevariante ist der Einsatz einer Planierraupe, die die Verlandungsvegetation abschiebt. Direkt im Anschluss an die Bearbeitung wird die Parzelle wieder möglichst hoch angestaut. Bei erfolgreicher Wiederbewässerung hat man dann einige Jahre Zeit bis zum nächsten Eingriff. So wird garantiert, dass die Vogelwelt ein ausgewogenes Gleichgewicht im Angebot von Wasserflächen, Schlammbänken und Röhrichten vorfindet.

Ohne jegliche Pflegemaßnahmen würden die Flächen innerhalb weniger Jahre verbuschen. Damit wären wertvolle Rast- und Nahrungsplätze für durchziehende gefährdete Wasser- und Watvögel verloren.