Info-Pfosten 13

Große Rinderweide

Die schwarzen und braunen Rinder auf dieser Weide sind so genannte Wildrinder. Züchter begannen in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Rückzüchtungen zu den Wildformen der Hausrinder. Hierzu kreuzten sie unter anderem spanische und korsische Stiere, ungarische Steppen- und schottische Hochlandrinder. Ihr Zuchtziel war der mitteleuropäische Auerochse. Sie wussten damals nicht, dass sie auf eine vorderasiatische Stammform zurückkreuzten, wie es moderne Genom-Untersuchungen belegen.

Das Ergebnis dieser Zuchtbemühungen sind die Wildrinder, die den Auerochsen im Erscheinungsbild recht ähnlich sind und viele Merkmale der ursprünglichen Wildform aufweisen. Übereinstimmende Wild-Merkmale sind vor allem das schwarze Fell der Bullen, der helle „Aalstrich” auf dem Rücken der Tiere und die stark gekrümmten Hörner. In der Größe unterscheiden sie sich allerdings noch von den mitteleuropäischen Auerochsen. Auerochsen-Bullen waren sehr hochbeinig und konnten eine Schulterhöhe von 180 cm erreichen!

Unsere Wildrinder-Herde ist hervorgegangen aus einer Spende des Freundes- und Förderkreises „Europareservat Rieselfelder Münster” und lebt hier seit 1994. Die Wildrinder sind sehr robust und stellen wenig Anspruch an ihr Futter. Sie grasen ganzjährig auf vier Weiden im Naturerlebnisgebiet, müssen aber aufgrund des nicht ausreichenden winterlichen Grünwuchses von November bis April zugefüttert werden.

Übrigens: wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich dem Freundes- und Förderkreis der Rieselfelder anschließen könnten.

An der Beweidung des feuchten Grünlandes beteiligen sich die Gänse und entlang der Grabenstrukturen in den Weideflächen auch Enten.

Entlang des Weges sehen Sie eine alte Birnbaum-Allee. Hier nisten unter anderem auch Hornissen und ein Marder hat in den zugigen Wintermonaten in den Baumhöhlen einen geschützten Futterplatz. Viele Obstbäume wurden schon Anfang des 20. Jahrhunderts entlang der Wirtschaftswege angepflanzt, um die Rieselfelder während ihrer Funktion als Kläranlage der Stadt Münster etwas attraktiver zu machen. Einige der noch verbliebenen Birnbäume sind daher über 100 Jahre alt! Noch in den 1960er Jahren wurden von der Stadt Münster einzelne Obstbäume für 5,- Mark zum Abernten an interessierte Mitbürger verpachtet.