Info-Pfosten 7

Relikte früherer Bewässerung

Die Beton-Halbschalen und der Dückerschacht sind nicht nur an dieser Stelle stille Zeugen der historischen Bewässerung. Seit 1901 kam das Rohabwasser durch eine Druckleitung aus der Innenstadt von Münster zu den Rieselfeldern. Von hier aus lief das Abwasser nur dem Gefälle folgend in derartigen Betonhalbschalen bis in die letzten Winkel des Gebietes.

Dieses offene Bewässerungssystem war sehr pflegeintensiv. Im Dreischicht-Betrieb hielten bis zu 11 Rieselwärter die offenen Gerinne frei und sorgten für eine einwandfreie Bewässerung der Feldparzellen. Mit Aufgabe der Verrieselung nach dem Bau des modernen Klärwerkes in Coerde übernahm 1975 die Biologische Station die Bewässerung. Ab 1978 ersetzte sie das offene Bewässerungssystem aus Betonhalbschalen, Platten- und Erdgräben in ehrenamtlicher Eigenleistung durch Rohrleitungen.

Der Dückerschacht ist ein Überbleibsel der ehemaligen Unterführung unter dem Weg. Ursprünglich war auf der gegenüberliegende Seite des Weges auch ein entsprechender Schacht. Bei Unterführung der Rohrleitung unter dem Weg stellt sich in beiden Schächten der gleiche Wasserstand ein.