Historische Landwehr
Im Wald verläuft ein baumbestandener Wall. Dieser Wall ist Teil einer einstigen Landwehr, die seit dem 14. Jahrhundert für den Schutz Münsters sorgte. Landwehren stellten Hindernisse für heranrückende Angreifer aber auch eine hoheitliche Eingrenzung dar. Durchlässe gab es im Bereich regionaler Straßenverbindungen. Dort konnten dann auch Zölle erhoben werden. Wichtige nahe gelegene Durchlässe waren „Sandruper Baum“ in Sprakel an der Straße nach Greven und „Stadtbäumer“ an der Ausfallstraße Richtung Tecklenburg / Osnabrück, dem Schifffahrter Damm. Die Aufrechterhaltung der Landwehren wurde ehemals von ansässigen Landwirten gewährleistet. Es waren dichte, dornenbewehrte und dadurch undurchdringliche, oft mehrreihige Gebüsche. Schlehe, Weißdorn, Hundsrose, Stechpalme und andere „wehrhafte“ Sträucher prägten damals die Landwehren.
Erst nach der Aufgabe der Wehrfunktion entwickelten sich durch die Unterlassung der Pflege waldartige Strukturen, die heute noch oft als Verbindungskorridor für die Ausbreitung von Tier- und Pflanzenarten dienen.
